Wie betexte ich die Website eines nachhaltigen Unternehmens? Welche Wörter assoziieren wir mit Nachhaltigkeit? Texterin für Nachhaltiges gibt Tipps!

Du hast ein Business ins Leben gerufen, das die Welt ein bisschen besser (oder zumindest ein bisschen weniger schlecht) machen soll. Yay. Jetzt musst du die Welt – und deine potenzielle Zielgruppe – nur noch davon überzeugen, dass du tatsächlich so nachhaltig bist, wie du behauptest. 

Denn was ist noch mieser als Unternehmen, die sich nicht um Nachhaltigkeit kümmern? Solche, die sagen, aber nicht tun, die ganz ungeniert greenwashing betreiben und hoffen, dass es keiner merkt. 

Aber du bist anders. Du gibst dir wirklich Mühe bei dem, was du tust. Und das bringst du nur mit der richtigen Kommunikation glaubhaft rüber. Es gibt zwar gefühlt mehr Anleitungen, How-Tos und Guidelines für den perfekten Webtext als Plastik in den Weltmeeren. Aber kaum eine dieser Hilfestellungen beschäftigt sich mit dem Texten speziell für nachhaltige Unternehmen. Wie also kommunizierst du das, was du tust, ohne deine Website wild mit Standardfloskeln zuzupflastern? Weil dieses Thema quasi genau „mein Kaffee“ ist, habe ich hier einen kleinen Guide zusammengestellt.

Was genau sind nachhaltige Unternehmen überhaupt?

Fangen wir mal ganz von vorne an. Um dich als nachhaltiges Unternehmen zu beschreiben, musst du wissen, was genau überhaupt darunter verstanden wird. Die gängigste Definition für Nachhaltigkeit ist zwar schon etwas älter – nämlich aus Brundtland Report von 1987 – aber heute immer noch so akkurat wie damals:

Eine nachhaltige Praktik stellt sicher, dass den Bedürfnissen der heutigen Generation dergestalt Rechnung getragen wird, dass die Fähigkeit künftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, nicht gefährdet wird.

Nachhaltig sein bedeutet also, so zu agieren, dass die Lebensgrundlage unserer Kinder und deren Kinder nicht aufs Spiel gesetzt wird. Macht Sinn! Legen wir das nun auf nachhaltige Unternehmen um, blicken wir auf drei Dimensionen:

  • Ökologisch: Schonen natürlicher Ressourcen
  • Sozial: Aufrechterhalten sozialer Gerechtigkeit
  • Ökonomisch: Zukunftsorientierte Geschäftsführung

Noch mal einfach ausgedrückt: Erstens gehen wir sparsam mit Produktionsmaterialien um, zweitens achten wir auf faire Arbeitsbedingungen an allen Gliedern der Produktionskette und drittens (weil wir eben doch ein Unternehmen sind), wirtschaften wir so, dass wir nicht bankrottgehen.
Das war es auch schon an Basiswissen. Gehen wir gleich zum Texten über. Was muss auf deiner Website stehen?

Step 1: Definiere Nachhaltige Begriffe

Die meisten Bezeichnungen, die an Nachhaltigkeit denken lassen, sind nicht geschützt und können deshalb nach Lust und Laune eingesetzt werden. Eine „naturnahe Produktion“, ein „ressourcenschonender Anbau“ und ein „ganzheitliches Unternehmensmodell“ klingen zwar schön, können aber auf unterschiedlichste Weise interpretiert und somit auch gezielt zur Irreführung eingesetzt werden. Ganz offiziell mit einer rechtlich definierten Bedeutung versehen sind nämlich nur die wenigsten Begriffe, die bei angeblich nachhaltigen Unternehmen herumschwirren. Nicht einmal „Nachhaltigkeit“ selber ist eine geschützte Bezeichnung!

Die meisten Bezeichnungen, die an Nachhaltigkeit denken lassen, sind nicht geschützt und können deshalb nach Lust und Laune eingesetzt werden. 

Ein kleines Fallbeispiel: Das Unternehmen Bambussen stellt T-Shirts aus Bambus her. „Nachhaltige“ Kleidung aus Bambus, wie Bambussen auf seiner Website versichert. (Du wirst die Website aber nicht finden, weil es sie nämlich nicht gibt.)

Ja, Bambus ist ein sehr nachhaltiger Rohstoff. Aber Kleidung aus Bambus wird üblicherweise aus Bambus-Viskose gemacht. Und um die herzustellen, brauchen wir scharfe Chemikalien, die für die Gesundheit der Arbeiter ebenso schlecht sind wie für die Umwelt. Nicht besonders nachhaltig also. Rechtlich macht Bambussen aber absolut gar nichts falsch.

Mach's!

Definiere, was die Bezeichnungen, die du verwendest, für dich bedeuten. Wie sieht „im Einklang mit der Natur“ konkret aus?

Check's!

Avocadostore macht das vorbildlich.

Step 2: Beschreibe deine zertifizierungen

Du bist in dem einen oder anderen Bereich zertifiziert? Gratulation. Und jetzt sag mir ganz genau, was das bedeutet. Denn viele Konsumenten haben keine Ahnung, für was welche Zertifizierung tatsächlich steht. Linke zur Organisation, die das Zertifikat vergibt. Beschreibe, was du dafür tun musstest. Und wenn du noch keine Auszeichnungen hast, dann sprich darüber, worauf du hinarbeitest und welche Hürden du dafür meistern musst.

Mach's!

Liste deine Zertifikate auf, beschreibe und verlinke zu jedem einzelnen davon.

Check's!

Essano tut genau das.

Step 3: Geh ins Detail

Nachhaltigkeit wirkt auf ganzer Ebene: wirtschaftlich, sozial und umweltpolitisch. Je genauer du auf die einzelnen Stationen deiner Produktionskette eingehst oder die verschiedenen Aspekte deines Unternehmens beschreibst, desto nachvollziehbarer wird für deine Kunden, was du wirklich für unsere Zukunft tust.

Mach's!

Zeichne den Weg deines Produktes vom Rohstoff bis ins Wohnzimmer des Endkunden nach.

Check's!

Honest von Jessica Alba zeigt uns, wie's geht!

Das führt uns gleich zum nächsten Punkt:

Step 4: Sei ehrlich

Nachhaltig und mit minimalem Einfluss auf die Umwelt agieren, ist schon im Privatleben nicht leicht. Vom Taschentuch über die Mandelmilch bis zur Grußkarte tragen wir alle tagtäglich unseren Teil dazu bei, dass unser Planet noch ein kleines bisschen mehr leidet. Unternehmen haben einen viel größeren Handlungsraum als Privatpersonen – und deshalb auch viel mehr Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Gestehe Schwachstellen deshalb ehrlich ein. Gib zu, dass du auf die eine oder andere Art Teil des Problems bist, liste kritisch auf, wo ihr daran arbeitet, besser zu werden, und präsentiere dann, wie du negative Wirkungen ausgleichst.

Wenn du noch am Anfang der Transformation zur Nachhaltigkeit bist, liste Ziele auf und gib konkrete Zeitangaben, bis wann du diese erreichen willst.

Das bringt dir viel mehr Sympathiepunkte ein als totzuschweigen, wo es noch mangelt. Und dass du auf ganzer Linie 100 % nachhaltig bist, kauft dir sowieso niemand ab 😉

Mach's!

Mach’s! Bau einen Absatz ein, der mit „Wir sind nicht perfekt, aber wir arbeiten daran“ beginnt.

Check's!

Patagonia gibt Schwächen offen zu.

Step 5: Nenne Zahlen

Studien (bitte nur von etablierten Organisationen), Verkaufszahlen, Prozentsätze: Damit veranschaulichst du, was in unserer Welt schiefläuft und wo du den Weg zur Besserung begehst. Binde so viele Zahlen und Fakten wie möglich ein. Besonders cool: Nummern dazu, wie viele Bäume, Fische oder Quadratmeter Regenwald du mit deinem Angebot bisher schon gerettet hast.

Mach's!

Recherchiere! Lies Berichte! Und dann verwende die Zahlen (mit Quelle!), die etwas über deine Industrie aussagen

Check's!

Hankybook setzt Zahlen überzeugend ein.

Step 6: Zeige Teamgeist

Auch Links zu spannenden Artikeln von anderen Unternehmen passen auf deine Website. Gibt es Produkte, die dein Angebot perfekt ergänzen? Eventuell kannst du dich sogar mit einem anderen Produzenten zusammentun und so ökonomischer und gleichzeitig auch ökologischer arbeiten. Verweise auf diese anderen Unternehmen und zeige, dass du weißt, dass der Weg zu mehr Nachhaltigkeit nur mit Teamwork breitgetreten wird.

Mach's!

Baue mindestens einen Link in deine Website ein.

Check's!

Ocean Bottle kooperiert mit Plastic Bank.

Step 7: setze Storytelling ein

Welcher persönliche Anreiz hat dich dazu gebracht, dein Unternehmen nachhaltiger zu gestalten? What makes you tick? Welcher Moment hat dich aufgeweckt? Zeig, dass du nicht auf den Nachhaltigkeitszug aufgesprungen bist, weil der gerade am profitabelsten wirkt.

Mach's!

Überleg dir, welche Geschichte du mit deinem Unternehmen erzählen willst. Und dann erzähle sie. Hier sind einige Ideen, wie du Storytelling in Unternehmen einsetzen kannst.

Check's!

Wunderschöne Formulierungen bei Outdoor Voices.

UND ZULETZT: KLEINE AUSWAHL AN “NACHHALTIGEM” WORDING

Produktion

alternative
Produktionsmethode
recycelt
ressourcenschonend
ganzheitlich
ökonomisch
energiesparend
ethische Praktiken
schonend
nachhaltig

reduziert
ökologische Verantwortung
sauber
Ressourcen
erneuerbar
Fußabdruck minimieren
für unseren Planeten
naturnah
biologisch angebaut
grün

Produkte

frei von Schadstoffen
ungiftig
biologisch abbaubar
transparent
innovativ
hochwertig
Lebensqualität

Werte

fair
Verantwortung ergreifen/
wahrnehmen
ehrlich
soziale Verantwortung
nachvollziehbar
Sozialverantwortung
langfristig
gutes Beispiel sein

Cruelty-Free

vegan
vegetarisch
tierfreundlich
tierversuchsfrei
ohne tierische Produkte
mit minimalem Eingriff

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