Bewusst leben, achtsam leben, nachhaltig sein – das ist schon längst zur Marke geworden. Zum Hype mit pastelligen Farben und insta-perfekten Models, die trotz leidenschaftlicher Body-Positivity Botschaften nur ins richtige Licht gerückt in die Welt der sozialen Medien tauchen.

Es handelt sich um einen positiven Hype – das zweifle ich gar nicht an. Aber auch um einen, der eine ganz neue Elite schafft. Yuppies 2.0, sozusagen. Die sitzen auf ihrem Elfenbeinturm aus biologisch abbaubarem Bambus und machen uns Milchtrinker und Autofahrer verantwortlich für Trump, schlechte Haut, natürlich den Klimawandel, und ach ja, auch dafür, dass der Weltfrieden immer noch auf sich warten lässt. Nur vegan ernähren, ins Bad kommt nichts außer Zahnbürsten aus Holz, und die Kleidung: Am besten aus selbst geernteter Bio-Baumwolle. Was? Du meditierst also nicht täglich? Aber… was ist dann in deinem Instagram-Account zu sehen? Und wieso willst du unsere Welt eigentlich mit allen Mitteln zerstören?

Bewusstes Nicht-Urteilen

Doch was ist, wenn ich zwar weder auf mein Frühstücksei noch auf Milch im Kaffee verzichten will, mich dafür aber ganz bewusst für einen Urlaub in Österreich entscheide, statt mich in meinem neuen Yoga-Top auf Bali ablichten zu lassen?

Was ist, wenn du mitten in der Pampa wohnst, wo eben kein Bus fährt, und es dir deshalb nicht leisten kannst, auf dein Auto zu verzichten? Dafür isst du aber ausschließlich Obst und Gemüse aus Omas Garten statt Avocadotoast und Chiapudding mit Mangos aus Übersee zum Frühstück.

Ein Gedanke, viele Gesichter

Was ich damit sagen will: Bewusst leben, achtsam, nachhaltig leben, das geht auf verschiedene Art. Unser Leben, unser Alltag setzt sich zusammen aus den verschiedensten Fragmenten. Wir alle hinterlassen unseren Fußabdruck auf andere Weise, und jeder von uns legt Wert auf andere Dinge. Wo dem Einen der Verzicht ganz leicht fällt, findet der Andere seine Glücksquelle.

Wir müssen nicht auf die gleiche Weise „gut sein“ wie unser heimliches Idol, oder wie dieser eine Influencer. Es reicht aus, wenn wir unser eigenes Leben kritisch betrachten, Veränderungen ausprobieren mit dem, was uns zur Verfügung steht, auf unsere eigene Weise, in unserer eigenen Geschwindigkeit. Denn wenn wir alle auf unsere eigene Art ein kleines Stückchen besser werden, ein kleines bisschen achtsamer, überlegter, weniger verschwenderisch handeln, dann wird die Welt garantiert ein großes Stück besser.

Ganz ehrlich... Ganz persönlich...

Doch was genau wir ändern, anpassen, tun, dass sollte uns selbst überlassen bleiben. Das sollte niemand bewerten und einstufen und verurteilen dürfen. Wir können Andere motivieren, ihnen neue Wege aufzeigen und auch uns selbst neue Wege aufzeigen lassen. Aber ob diese dann auch begangen werden, das ist eine Entscheidung, die nur aus eigener Überzeugungskraft getroffen werden darf – denn sonst ist sie garantiert nicht nachhaltig.

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